Wever,
Vermögensauseinandersetzung der Ehegatten außerhalb des Güterrechts, 6. Auflage,
Gieseking 2014
Von RiAG Dr. Torsten Obermann,
Münster/Lüdinghausen
Das
Buch erscheint in der FamRZ-Schriftenreihe nunmehr bereits in der 6. Ausgabe.
Der Autor, Vizepräsident des OLG Bremen, handelt auf über 500 Seiten darin umfassend
und aktuell vermögensrechtliche Ausgleichsansprüche im Familienrecht ab.
Bereits
der Blick auf das Inhaltsverzeichnis zeigt, dass der etwas sperrige Buchtitel
Inhalt und Bedeutung des Werkes nur unzulänglich wiedergibt. Das Buch ist
gerade für die Vorbereitung der güterrechtlichen Auseinandersetzung im nach wie
vor statistisch häufigsten Fall der in Zugewinngemeinschaft lebenden Ehegatten
von herausragender Bedeutung, da viele der aufgeworfenen Fragen dem Zugewinnausgleich
vorgelagert sind, z.B. die Aufteilung von gemeinsamen Schulden oder Schadensersatzansprüche
der Ehegatten untereinander. Außerdem wird nicht nur die Auseinandersetzung
zwischen Ehegatten dargestellt. Ansprüche im Verhältnis zu den Schwiegereltern
werden umfassend erörtert, die Auseinandersetzung zwischen Partnern einer
eingetragenen Lebensgemeinschaft hat sogar ein eigenes Kapitel erhalten.
Neben
den häufig zu klärenden Fragen nach der Auseinandersetzung von Miteigentum, Gesamtschuldverhältnissen,
der Rückabwicklung von Zuwendungen (auch in Form von Ehegattenmitarbeit) und
der Aufteilung von Konten etc., werden auch Steuerfragen, Schadensersatzansprüche,
der familienrechtliche Ausgleichsanspruch und z.B. Fragen der übernommenen Haftung
für Schulden des anderen Ehegatten in eigenen Kapiteln erörtert. Schließlich
wird auch die komplizierte Materie der Auseinandersetzung von Ehegattengesellschaften
übersichtlich dargestellt.
Ausgehend
vom aktuellen Stand der Rechtsprechung werden die Fragestellungen kompakt und
übersichtlich aufgearbeitet, wobei durchaus auch auf Kritik aus der Literatur
und abweichende Tendenzen eingegangen wird. Besonders wertvoll ist der Blick
über den Tellerrand: Auswirkungen der jeweils besprochenen Problematik auf
Unterhalts- und Zugewinnausgleichsansprüche werden am Ende der Kapitel übersichtlich
dargestellt.
Inhaltsübersicht,
ausführliches Inhaltsverzeichnis, umfassendes Register und die Gliederung nach Randziffern
ermöglichen einen schnellen und gezielten Zugriff. Der klare Aufbau (z.B. nach
der jeweiligen Inhaberschaft bei der Auseinandersetzung von Konten) und die
schnörkellose aber lebendige Sprache erleichtern das Verständnis. Durch den
umfassenden Fußnotenapparat fällt es zudem leicht, auf die aktuelle einschlägige
Rechtsprechung zuzugreifen. Für den Praktiker sind schließlich die Beispiele
aus der Rechtsprechung und die Checklisten auch zu weniger bekannten Ansprüchen
eine große Arbeitserleichterung.
Fazit:
Wer das Buch noch nicht aus den Vorauflagen kennt, sollte sich von dem Titel
nicht abschrecken lassen! Aufgrund der kompakten Darstellung eines umfassenden
und praktisch relevanten Bereichs des Familienrechts stellt sich das Werk als
eine wertvolle Arbeitshilfe für Anwälte und Richter dar.