Von RAG Dr. Benjamin Krenberger, Zweibrücken
Schon der
Untertitel „Ein Leitfaden für Vereine und Mitglieder“ zeigt die Zielrichtung
des Buches an: der juristische Laie, der, typisch in Deutschland, zugleich
Mitglied in einem oder mehreren Vereinen ist, soll sich anhand der Darstellung
des Vereinsrechts in der Satzungs- und Gremienarbeit zurechtfinden und
rechtliche Zweifelsfragen beantworten können. Dieser Impetus ist sehr zu
begrüßen, denn die klassisch diskutierten gesellschaftsrechtlichen Fragen rund
um die Haftung von Organen oder die Haftungszurechnung im Verein tangieren
rechtliche Alltagsfragen des herkömmlichen gemeinnützigen Vereins eher selten.
Auf über 500 Seiten legt Burhoff die
Materie in verständlicher Sprache und sinnvoller Struktur dar.
Auch wenn ein
juristisches Lehrbuch nicht ohne lange Textpassagen auskommt, wird durch die
Gestaltung des vorliegenden Buches die durchgehende Lektüre erheblich erleichtert,
indem viele erläuternde Elemente eingefügt wurden, die die Rezeption des
Stoffes befördern. Genutzt werden bspw. graphisch abgesetzte Hinweise,
fettgedruckte Schlagwörter, Beispiel(sfäll)e und Aufzählungen bzw. Checklisten.
Der umfangreiche Anhang bietet 22 verschiedene Muster, von einer Satzung über
eine Einladung zur Mitgliederversammlung über eine Schiedsgerichtsordnung bis
hin zu einer Datenschutzerklärung.
Die inhaltliche
Darstellung beginnt mit einer Vorstellung des eingetragenen Vereins, seiner
Rechtsstellung und Entstehung sowie sehr ausführlich den Regelungen der Satzung
des Vereins. Dies umfasst die mindestens notwendigen Aspekte, aber auch
Empfehlungen für weitere Regelungen, etwa zum Ausschluss von Mitgliedern. Den
Rechten und Pflichten der Vereinsmitglieder sowie der Mitgliederversammlung widmen
sich weitere große Unterkapitel. Naturgemäß wird der Vereinsvorstand mit einem
ebenfalls ausführlichen Unterkapitel präsentiert, wobei man selbst als
juristischer Laie hier nicht um Details zur Haftung der geschäftsführenden
Personen herumkommt, was dann später im Unterkapitel zur Vereins- und
Organhaftung noch vervollständigt wird. Abrundende Bereiche finden sich noch
zum Zusammenschluss von Vereinen, zum Betreuungsverein oder zum
Vereinsregister. Nach einem Zwischenkapitel zum nicht eingetragenen Verein
kommt dann am Ende das Steuerrecht zur Sprache, eine große gedankliche Hürde
für viele Vereinsfunktionäre. Dass Burhoff
hier sehr detailliert auf die Gemeinnützigkeit, die verschiedenen Steuerarten
und die Behandlung von Zuwendungen an den Verein eingeht, dürfte für viele
Leser schon eine große Hilfe im Vereinsalltag sein, sodass sich das Buch schon
allein wegen dieser Informationen „lohnt“.
Recht muss
begreifbar sein. Diesem Anspruch wird das vorliegende Lehrbuch voll gerecht,
gerade weil das Alltagsverständnis von Nichtjuristen mit klarer Sprache, aber
doch den wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Verweisen und
Argumentationslinien sinnvoll begründet und gefördert wird. Die zahlreichen
Hilfestellungen für den laufenden Vereinsbetrieb sind hervorragend und sorgen
für die dringend nötige Unterstützung der Vereinsarbeit für Organe, Gremien und
Mitglieder.