Mittwoch, 19. Dezember 2018

Rezension: Grundwissen Medizin für Nichtmediziner

Strametz, Grundwissen Medizin für Nichtmediziner in Studium und Praxis, 2. Auflage, utb 2017

Von Ri’inLG Domenica D’Ugo, Saarbrücken


Das Buch hält sich laut Klappentext für einen „unverzichtbaren Ratgeber für alle, die sich im Studium oder in der Arbeit mit dem Gesundheitssystem und der Medizin beschäftigen“. Hierzu will es medizinisches Grundwissen fundiert vorstellen und kundig in Fachtermini einführen. Ein hehres Ziel, insbesondere wenn all dies auf weniger als 200 Seiten präsentiert worden soll?

Beim ersten Durchblättern fällt ein angenehmes Layout auf: Große Schrift, fett markierte Schlagwörter, Tabellen, Aufzählungen und vieles mehr, was einen anstrengend zu lesenden Fließtext sinnvoll zu unterbrechen vermag.

Das Inhaltsverzeichnis verrät, was den Leser erwartet: Ein Ritt durch viele zum Thema passende Fragestellungen. Im 1. Kapitel widmet sich der Autor der Systematik der Medizin mit ihren Grundprinzipien, Meilensteinen, dem Ablauf des medizinischen Behandlungsprozesses, ihrer Fachsprache und ihrem Verständnis als Heilkunst. Diesen 34 (!) Seiten folgen sodann Darstellungen zu Methoden und Ansätzen der Medizin (z.B. Arzneimitteltherapie, OPs, Palliativ- und Alternativmedizin etc.). Ab Seite 137 kann der Leser ausgewählte Krankheitsbilder kennen lernen, namentlich Adipositas, Diabetes mellitus, Arterielle Hypertonie, Akutes Koronarsyndrom, Schlaganfall, Krebserkrankungen, Asthma bronchiale und psychische Erkrankungen. Schließlich findet man auf knapp 30 Seiten noch Ausführungen zu Spannungsfeldern in der Medizin: Lebensverlängerung vs. Lebensqualität, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, Ökonomisierung, Globalisierung.

Bei einer näheren Befassung mit dem Inhalt der Gliederungspunkte merkt man schnell, dass das Werk sich nicht nur durch ein angenehmes Layout präsentiert, sondern auch inhaltlich angenehm zu lesen ist, so beispielsweise die Informationen zur Entdeckung der Relevanz von Hygiene bei der ärztlichen Behandlung, der Impfung, des Penicillins etc. Wer als Patient seinen eigenen Befundbericht lesen will, dürfte nach Lektüre des Buches auch mehr Fachbegriffe als zuvor verstehen. Dafür sorgen unter anderem die Tabelle auf Seite 25, die die Grundbegriffe betreffend körperliche Untersuchungen sowie das praktische Vorgehen erklärt, und auch die überaus lesenswerte Einführung in die Fachterminologie ab Seite 32. Künftig wird man auch wissen, was gemeint ist, wenn man mit „Morbus Bahlsen“ diagnostiziert wird und was man zu tun hat, wenn auf der Patientenakte beim Zahnarzt das Kürzel „OS“ vermerkt wurde… Wer glaubt, dass Zuckerkügelchen Beulen beim Kinde heilen können, sei auf die fachlich-sachlichen Ausführungen in Kapitel 2.7.2. zur Homöopathie verwiesen.

Die gute Ausgewogenheit des Textes - zwischen fundierter Information und Rücksicht auf den unkundigen Leser - zieht sich wie ein roter Faden auch durch die weiteren Darstellungen. Wer etwa aus beruflichen Gründen medizinische Gutachten verstehen muss, kann mit diesem Werk eine gewisse Unterstützung hierbei finden. Wie sicherlich jedem klar sein dürfte, kann auf ein paar Seiten nicht wirklich fundiertes Wissen in einem so weiten Feld wie der Medizin vermittelt werden. Das Buch kann aber auch dabei helfen, Wissenslücken zu entdecken und  weitere Rechercheansätze zu finden. Hierfür ist der Preis von 24,99 € angemessen.